Burnout

Das Burnout-Syndrom kann als chronisches Erschöpfungs-Sydrom aufgefasst werden, Heute gilt es als unbestritten, dass es alle Berufsgruppen betrifft. Als typische Merkmale gelten:

  • chronischer Stress (zumeist am Arbeitsplatz), der nicht erfolgreich bewältigt wurde.
  • Gefühle der Energieerschöpfung oder Erschöpfung.
  • Erhöhte geistige Distanz zur Arbeit oder Gefühle von Negativismus (= Verweigerung) oder Zynismus (= Verachtung und Spott) in Bezug auf die Arbeit.

Es gibt eine Reihe charakteristischer Symptome und Entwicklungen, die typischerweise Folge chronischer Stressbelastungen sind, wie:

  • Schlafstörungen
  • Gedächtnis und Konzentrationsstörungen
  • Körperliche und mentale Leistungsminderung bis hin zu schwerer Erschöpfung
  • Belastungsabhängige Verschlechterung des Befindens
  • Ständige Müdigkeit

Man kann Erschöpfungsyndrome als chronische Zivilisationserkrankung mit stressbedingter Natur auffassen, analog wie Bluthochdruck, Koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Schlaganfall, etc. Typischerweise sind es Stress-getriggerter Depressionen (Überlastungssyndrome) .

Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Stress -und Hirnforschung liefern Hinweise auf weitreichende gesellschaftliche, wirtschaftliche und medizinische Konsequenzen, und bilden die Grundlage sich dem Thema zu nähern.

Der typische Kassen-Arzt hat kaum Gelegenheit die Hintergründe und Frühsymptome zu beleuchten. Oft landen die Betroffenen nach unauffälligem  Blutlabor, EKG, etc. beim Psychologen oder Psychiater. In der Regel wird eine depressive Erkrankung diagnostiziert und der/die Betroffene bekommt ein Antidepressivum verschrieben. Allerdings, eine medikamentös antidepressive Therapie – so sie erfolgreich ist – beseitigt vielleicht  eines der vielen Symptome, aber nicht die Grundlagen die zur Erkrankung führten.

Das Gehirn aktiviert das hormonelle und neuronale Stresssystem. Die normale Aufgabe ist es, in Muskulatur und Leber jene Energiedepots an Glukose zu mobilisieren, die dem Gehirn helfen unter Stressbedingungen weiter funktionieren zu können. Es gibt viele Einflüsse auf die Balance zwischen Aktivierung und Erholung. Entweder ist es hochgradige Hyperaktivität oder auch Hypoaktivität unseres Gehirns.

Die komplexen Anpassungsvorgänge an eine überhöhte Energie-Anforderung des Zentralnervensystems können der Boden für die Entwicklung chronischer Erkrankungen sein, wie beispielsweise das Burnout-Syndrom, abhängig vom Ausmaß der individuellen Stressbelastung, von genetischen, epigenetischen und in der Regel sehr charakteristischen Persönlichkeitsfaktoren. Chronischer Stress führt nämlich im Laufe der Zeit zu strukturellen Veränderungen innerhalb unseres Gehirns, was zu Schäden an unseren Nervenzellen führen kann. In Extremfällen kann es auch zum Untergang entscheidender Gruppen von Nervenzellen kommen, eine mögliche Folge sind Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und die Unfähigkeit sich zu entspannen. Was unter akuten Stressbedingungen lebensrettend sein kann, führt bei chronischer Stressbelastung zwangsweise zur Entwicklung von chronischen Erschöpfungs-Syndromen.

Zur Pathophysiologie der Erschöpfung

Typischerweise verbunden mit körperlicher und mentaler Leistungsminderung. Folgende Zusammenhänge sind bedeutsam:

1. Etwa 95 % aller Patienten, die unter chronischen Stress stehen, entwickeln eine so genannte chronische Hyperventilation. Diese zieht Veränderungen im Stoffwechsel nach sich.

2. Wenn Menschen langjährig unter chronischem Stress stehen, kommt es zu Anpassungen im Gehirn, wie z.B. eine veränderte Ausschüttung und Hormonregulation in Hypothalamus. Es wird weniger Adrenocortikotropes Hormon (ACTH) ausgeschüttet, ACTH regt die Nebennierenrinde an, Cortisol ausschütten. Allerdings, eine normale Cortisol Produktion ist für den Energiehaushalt des Menschen von entscheidender Bedeutung. Cortisol reguliert viele Körpersysteme, darunter Muskulatur und Gehirn, beide sind elementar für eine normale körperliche und mentale Leistungsfähigkeit.

Allerdings, die  Tatsache, dass es einzelne Patienten mit schwerer Fatigue bei gleichzeitig normaler Cortisolproduktion der Nebennieren-rinde (NNR) gibt, zeigt auch, dass die verminderte Cortisol Produktion, die bei Patienten vorzufinden ist, nicht die alleinige Hauptursache des empfundenen Energiemangels sein kann.

3. Viele Patienten, die unter chronischen Stress stehen, weisen eine erhöhte Interleukin 6 Bildung auf, ohne dass eine bakterielle oder virale Infektion vorliegt. Leistungssportler haben nach einem intensiven Training hundertfach höhere Interleukin 6 Blutspiegel als davor. Injiziert man einer gesunden Person Interleukin 6, wird sie müde. Die erhöhte Interleukin 6 Bildung, wie man sie beim Burnout-Syndrom  findet, kann also eine weitere Quelle der vorzufindenden Müdigkeit sein.

Diagnostik

Jede Krankengeschichte eines chronisch erschöpften Patienten ist anders, aber allen gemeinsam ist, dass sich immer wieder eine besondere Stressbelastung findet, Stress aus unterschiedlichsten Gründen. Stress-Belasteten der Mutter können zu Veränderungen im Gehirn des ungeborenen Kindes und zur Entwicklung einer erhöhten Stressanfälligkeit führen. Analog verhält es sich bei frühkindlichen Traumatisierungen.Oft sind damit epigenetisch bedingte Veränderungen verbunden, die den Betroffenen das Leben nachhaltig erschweren, weil selbst geringe Stressoren die richtige Entspannung verhindern. An diesem Punkt setzt das ATHEM-4 Projekt an.

Studienspezifische Maßnahmen

Auf Basis dieser Theorien werden im Zuge des ATHEM-4 Projektes subtile Stressoren in der Wohnumgebung gesucht, wie elektromagnetische Felder, unsichtbare Schimmelkontaminationen, oder chemische Luftschadstoffe, die von Baumaterialien oder Möbel stammen können. Unter normalen Umständen sind all diese Parameter unbedenklich und ungefährlich, aber bei gegebenen Störungen des Wohlbefindens, sind es relevante – weil unbewußte – zusätzliche Stressoren.

JedeTherapie verlangt die konsequente Mitarbeit des Patienten. Wer ein tieferes Verständnis für die komplexen Zusammenhänge seines Zustandes entwickelt, und wer die Motivation hat am eigenen Zustand etwas ändern zu wollen, hat gute Chancen die Kontrolle über das eigene Leben wiederzuerlangen.

Erfahrungsgemäß sind es motivierte und zuversichtlich gestimmte Patienten,  für welche eine Erschöpfungsphase vorübergehend ist. Auch wenn die Wissenschaft noch nicht Alles über den Zustand weiß, eine zuversichtliche Grundstimmung, eine innere Gelassenheit, und der konsequente Wille zur Veränderung schafft gute Voraussetzungen den Zustand zu beenden.

Unbeschadet und unabhängig von bestehenden Therapie-Konzepten, bitten wir den Teilnehmern Im Rahmen des ATHEM-4 Projektes gratis an, die eigene Umgebung zu analysieren um versteckte Stressoren in den eigenen vier Wänden aufzuspüren.